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Der typische Gründer ist jung, männlich – und zu oft schlecht vorbereitet

Geschrieben von Karsten Busch am Dienstag, 25 Oktober 2011 | 1172 mal gelesen | Kategorie PR

Der Zahl der Existenzgründer in Deutschland nimmt zu - Gründen ist in. Doch wer sind die Gründer von heute? Warum und wie gründen sie ihre Unternehmen? Studien zeigen deutliche Trends zur typischen Gründerpersönlichkeit aber auch zum Geschäftserfolg. Der hängt von vielen Faktoren ab und bleibt oft genug aus. Auf die Frage nach dem Warum haben die Statistiken eindeutige Antworten.

Noch immer dominieren Männer bei den Existenzgründungen. Nur rund ein Drittel der Unternehmensgründungen werden von Frauen vorgenommen, wie Studien der Förderbank KfW, des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) und des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zeigen. Allerdings nimmt der Anteil der weiblichen Neuunternehmer stetig zu. Frisch gebackene Unternehmer sind zudem jünger als früher. Laut KfW etwa ist nur rund ein Viertel älter als 45 Jahre, 45 Prozent sind dagegen jünger als 35 Jahre. Besonders deutlich ist dieser Effekt in der Kreativbranche, dort stellen junge Menschen mehr als die Hälfte der Gründer.

Hohe Qualifizierung ist förderlich, ersetzt aber nicht das Konzept

Für alle Branchen gilt: Eine höhere Qualifizierung ist bei Gründern häufiger anzutreffen. Die muss aber nicht vom Berufsabschluss abhängen. So haben nur rund 16 Prozent einen Universitätsabschluss. Gerade in Handel oder Handwerk sind aber die Fach- und Meisterabschlüsse von Bedeutung. Bei den bedienten Branchen dominieren Handel und Dienstleistung die Neugründungen. Ein weiterer deutlicher Trend ist die gestiegene Zahl an Migranten unter den Neuunternehmern. Die sind in allen Branchen zu finden, Handel und der Gastronomie stechen aber hervor.

Ein negativer Trend betrifft die Vorbereitung auf die Selbstständigkeit: Die Industrie- und Handelskammern beklagen die Konzeptlosigkeit der potenziellen Unternehmer, fehlende Innovationen und Pioniergeist. Auch die KfW bestätigt – wie in den Jahren zuvor – ausbleibende Innovationen. Neben diesen Feststellungen stehen unverändert hohe Anfangssterblichkeiten neu gegründeter Unternehmen in den Statistiken: Nach drei Jahren ist ein Drittel aller Projekte wieder vom Markt verschwunden (KfW).

Einzelkämpfer, die sich selbst verwirklichen wollen

Mit zwei Dritteln steigt der überwiegende Teil der Existenzgründer allein in den Markt ein – als Kleinstunternehmen. Besonders hoch war dieser Wert im Jahr 2010 (KfW) und der Trend setzt sich laut IfM auch im Jahr 2011 fort. Ob im Team oder nicht – ein Hauptmotiv für den Schritt in die Selbstständigkeit hat seit mehreren Jahren Bestand: Arbeitslosigkeit bzw. die Angst vor ihr.

Doch die treibt längst nicht alle Gründer an. Neben einer bestimmten Geschäftsidee haben wohl immer mehr einen Traum, der wahr werden soll. Ein Indiz dafür liefert die IHK Rhein-Neckar. Sie hat sich die Eigenschaften der Gründungsinteressenten im Jahr 2010 in einer Studie genauer angesehen und fand Hinweise auf ein stärker werdendes Motiv zur Existenzgründung: Selbstverwirklichung. Mit dem eigenen Geschäft oder der eigenen Dienstleistung wird ein Traum erfüllt – Chefsein ohne Anweisungen von oben inklusive.

About the Author

Karsten Busch

Karsten Busch ist freier Journalist und Autor mit den Schwerpunkten IT, Webtechnologien und Verbraucher. Nach dem Journalistikstudium in Leipzig baute er als Co-Producer ein umfangreiches Online-Nachrichtenportal mit auf und leitete dort die Ressorts Technik und Auto. Als freier Autor war er unter anderem für Springer-Fachmedien und den Blog des Landwirtschafts-Marktplatzes Gruuna tätig.