Gibt es einen deutschen Gründer-Typus?
Firmen gründen lohnt sich! Laut einer Studie des deutschen Instituts der Wirtschaft (basierend auf den Zahlen aus den Jahren 1991 bis 2009) verdienen 38% der Entrepreneurs nach drei Jahren mehr als in ihren vorhergehenden Angestelltenverhältnissen. 2009 lag der Anteil von Gründern unter den erwerbsfähigen Personen in Deutschland bei 11%. Das entspricht einer Steigerung von 40% seit 1991. In anderen europäischen Volkswirtschaften dagegen sinke die Existenzgründung, so der OECD.
Doch wer ist eigentlich der typische Gründertyp? Laut Studie ist er männlich und zwischen 25 und 44 Jahre alt. Bei den erwerbstätigen Frauen wagen nur 7% den Schritt in die Selbstständigkeit. Der Anteil der Hochschulabsolventen nimmt stark zu: waren es 1991 noch 18%, stieg ihr Anteil 2009 auf 30%. Über die Hälfte der Gründer sind Singles und viele bewegen sich im östlichen Teil Deutschlands. Mit einer Selbständigenrate von aktuell fast 12% liegen die neuen Bundesländer rund 2% vor den Gründern in den alten Bundesländern. Deutlich höher in Deutschland ist auch die Gründungsrate unter den ausländischen Erwerbstätigen. Diese Gruppe bestreitet fast 50% der neuen Firmen im Handel und Gastgewerbe. Deutsche Gründer dagegen sind häufiger im Dienstleistungsgewerbe tätig (2009 war es jeder zweite Selbstständige). Ein positiver Zuwachs an Gründern lässt sich außerdem für das Baugewerbe ausmachen.
Obwohl immerhin etwa 37% der Selbstständigen ein Einkommen von mehr als 2300 Euro im Monat verdienen, sieht die wirtschaftliche Lage bei vielen nicht so rosig aus. Ein Viertel der 4,3 Millionen Selbstständigen müssen im Monat mit weniger als 1100 Euro auskommen. Trotzdem liegt der Geringverdiener-Anteil bei den Angestellten höher, nämlich bei 34%.






